Kurfürstentum Hannover

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ausgangspunkt für das Land Hannover wurde dann die mittlere Linie des Hauses Braunschweig-Lüneburg. Ihr unterstanden unter dem Namen Braunschweig-Celle, Lüneburg und Celle mit Hannover und Harburg. 1582 erwarb sie die Reichsgrafschaft Hoya, 1585 die Reichsgrafschaft Diepholz. 1617 sprach Kaiser Matthias das Herzogtum Grubenhagen Braunschweig-Wolfenbüttels zu. Nach dem Aussterben Braunschweig-Wolfenbüttels (1634) fielen Wolfenbüttel sowie die Reichsgrafschaft Regenstein und Blankenburg an die durch August von Braunschweig-Lüneburg (+ 1666) begründete Linie. Die Herzogtümer Calenberg und Göttingen sowie die Güter der 1642 ausgestorbenen Linie Harburg kamen 1635/6 an seine Neffen Friedrich (1641- 1648) und Georg (+ 1641), welche die Stadt Hannover zwangen, Hofstaat und Soldaten aufzunehmen. 1648 erhielten die Lüneburger das Kloster Walkenried, das sie gegen Dannenberg an Braunschweig gaben. 1636 verlegte Herzog Georg seine Residenz nach Hannover.

Kurfürstentum Braunschweig

Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg zu Calenberg-Göttingen (+ 1698) erwarb 1689 das Herzogtum Sachsen-Lauenburg und erreichte am 19.12.1692/1708 die Erhebung zum Kurfürsten (Kurbraunschweig). Sein Sohn erlangte 1700 die Herrschaft Wildeshausen und vereinigte nach dem Tode seines Onkels und Schwiegervaters Georg Wilhelm II. (1665-1705) von Braunschweig-Celle (1705) alle nichtbraunschweigischen Güter der Welfen. Damit war die Umbenennung von „Kurbraunschweig in „Kurfürstentums Hannover“ (Kurhannover) gegeben.

Kurfürstentums Hannover

1714 begann auf Grund einer Sukzessionsakte von 1701 - Herzog Ernst Augusts Gemahlin Sophie von der Pfalz war Enkelin des englischen Königs Jakob I. - eine bis 1837 währende Personalunion mit England.

  • 1720 wurden die Herzogtümer Verden und Bremen von den Schweden dazu erworben,
  • 1731 konnte das Land Hadeln und 1741 das Amt Blumenthal und das Gericht Neuenkirchen gegen Abtretung Vegesacks an die Reichsstadt Bremen ebenfalls vom Kurfürstentum Hannover erworben werden.

Damit war insgesamt ein Herrschaftsgebiet von rund 700 Quadratmeilen mit 750.000 Einwohnern, für das der Kurfürst von Hannover sechs Stimmen im Reichsfürstenrat (Calenberg, Celle, Grubenhagen, Bremen, Verden, Sachsen-Lauenburg) und drei Stimmen im westfälischen Reichsgrafenkollegium (Hoya, Diepholz, Spiegelberg, Hallermunt an Graf Platen überlassen) sowie 5 Stimmen im niedersächsischen Reichskreis (Celle, Grubenhagen, Calenberg, Sachsen-Lauenburg, Bremen), 3 Stimmen im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis (Hoya, Diepholz, Spiegelberg) und 1 Stimme im obersächsischen Reichskreis (Walkenried) hatte.

1737 gründete das Kurfürstentum Hannover die Landesuniversität Göttingen. 1752 gewann es die Pfandherrschaft über die Reichsgrafschaft Bentheim. Dazu kam die Schirmherrschaft über die Stadt Hildesheim, die Reichsstadt Goslar und die Reichsabtei Corvey.

Neue Landesherren

  • 1801/2 Hannover von Preußen besetzt
  • 1803 erhielt Hannover durch § 4 des Reichsdeputationshauptschlusses für seine Ansprüche auf die Grafschaft Sayn-Altenkirchen im Gegenzug Hildesheim, Corvey und Höxter sowie für seine Rechte und Zuständigkeiten in den Städten Hamburg und Bremen und die Abtretung des Amtes Wildeshausen, das säkularisierte Hochstift Osnabrück, wurde aber durch Erwerbungen Preußens in Westfalen von diesem umklammert.
  • 1805/6 bis 1807 war Hannover Preußen einverleibt.
  • 1807-13 gehörte der südliche Teil Hannovers mit Göttingen, Grubenhagen und Clausthal zum Königreich Westfalen,
  • 10. 12. 1810 bis 1813 gehörte der nördliche Teil Hannovers unmittelbar zum Kaiserreich Frankreich.

Königreich Hannover

  • Seit dem 12. 10. 1814 war Hannover ein Königreich, das 1815 um Osnabrück, Emsland, Lingen, Meppen, Ostfriesland, Hildesheim, Goslar und das Untereichsfeld vergrößert und um Lauenburg verkleinert wurde.
  • 1819 würde eine Verfassung eingeführt, die 1833 durch ein neues Staatsgrundgesetz ersetzt wurde (bis 1837, Hannoverscher Verfassungskonflikt)

1840/8 Reform des Staatsgrundgesetzes

Annektion durch Preußen

  • 20. 9./3. 10. 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert.
  • 1. 10. 1867 Einführung der preußischen Verfassung
  • Der preußischen Provinz Hannover wurde 1922 die Waldecker Grafschaft Pyrmont und 1932 gegen Abtretung des Kreises Ilfeld an die Provinz Sachsen der Kreis Grafschaft Schaumburg zugeteilt
  • 23.8. 1946 Errichtung des Landes Hannover.
  • 01. 11. 1946 Eingliederung in das Land Niedersachsen, Landeshauptstadt Hauptstadt Hannover.

Quellen

Bibliografie

  • Barmeyer, H.: Hannovers Eingliederung in den preußischen Staat: Annexion und administrative Integration, 1983.
  • Busch, F.: Bibliothek der niedersächsischen Geschichte 1908-32, 1938
  • Busch, S.: Hannover, Wolfenbüttel und Celle. Stadtgründungen und -erweiterungen in drei welfischen Residenzen vom 16. bis 18. Jahrhundert, 1969
  • Die Kurhannoversche Landesaufnahme des 18. Jahrhunderts, bearb. v. Engel, F., 1959
  • Hassell, W. v.: Geschichte des Königreiches Hannover, Bd. 1-3 1898 ff.
  • Havemann, W.: Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg, Bd. 1-3 1853 ff.
  • Heinemann, 0. v.: Geschichte von Braunschweig und Hannover, Bd. 1-2 1884 ff.
  • Hellfaier, D.-Last, M.: Historisch bezeugte Orte in Niedersachsen bis zur Jahrtausendwende, 1976
  • Kühlhorn, E., Ortsnamenlexikon für Südniedersachsen, I964
  • Loewe, V.: Bibliothek der hannoverschen und braunschweigischen Geschichte, 1908
  • Meier, E. v.: Hannoversche Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte 1680-1860, Bd. 1-2 1898 ff.
  • Mundhenke, D.: Das Patrimonialgericht Adelebsen, 1941; Niedersächsischer Städteatlas, Abt. 2 1933-1935, 1953
  • Oppermann, H. A.: Zur Geschichte Hannovers 1832-1860, Bd. 1-2 2. A. 1968 ;
  • Schnath, G.: Die kurhannoverische Landesaufnahme 1764-86, Hannov. Magazin 7 (1931)
  • Schnath, G.: Die kurhannoverische Landesaufnahme des 18. Jh. und ihre Kartenwerke. Mitt. des Reichsamts für Landesaufnahme 1933-34
  • Schnath, G.:Geschichte Hannovers im Zeitalter der neunten Kur und der englischen Sukzession I674-1714, Bd. 1-4 1938-1982
  • Schnath, G., Geschichtlicher Handatlas Niedersachsens, 1939;
  • Schnath, G.: Niedersachsen und Hannover, 4. A. 1964;
  • Tecklenburg, A.-Dageförde, K.: Geschichte der Provinz Hannover, 3. A. 1921
  • Topographische Landesaufnahme des Kurfürstentums Hannover 1764-1786, Begleitwort v. Wagner, H., 1924
  • Wolters, G.: Das Amt Friedland und das Gericht Leineberg, 1927

Weblinks

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