Schlesien/Genealogische und historische Quellen

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Inhaltsverzeichnis

Schlesien: Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Kirchenbücher

Kirchenbücher existierten in Schlesien seit dem 16. Jahrhundert. Von den evangelischen Büchern Niederschlesiens sind heute über 90% vernichtet, aber auch die katholischen Bücher (hauptsächlich in Oberschlesien) haben stärkere Kriegsverluste erlitten. Fast alle Bücher sind in zentralen Archiven aufbewahrt, zum Teil fast vollständig verfilmt (Bistümer Breslau, Oppeln, Gleiwitz) oder für die Forschung gesperrt (Bistum Kattowitz).

Standesamtunterlagen

Die Standesamtsregister in Schlesien beginnen, wie in ganz Preußen, am 1. Oktober 1874. Die Standesamtsurkunden von Breslau sind z.T. online.

Historische Quellen

Grabsteine

Heimatortskartei

Der Kirchliche Suchdienst (KSD) mit seinen Heimatortskarteien (HOK) ist der Hilfsdienst für Vertriebene, Flüchtlinge, Spätaussiedler und deren Nachkommen. Heute sind über 20 Millionen Personen nach den früheren Wohnsitzen in den ehemaligen deutschen Ost- und Vertreibungsgebieten namentlich erfasst. Allein für Schlesien stehen Angaben über mehr als 7 Millionen Menschen und 4.691 Orte zur Verfügung.

Neben den Personendaten sind auch Informationen zu Familienstrukturen, zu Angehörigen, zum Wohnsitz vor und nach dem Zweiten Weltkrieg und in vielen Fällen auch Hinweise zum Schicksalsweg vorhanden. Anhand der Suchdienstunterlagen können die Schicksalswege der Vertriebenen nachvollzogen, die aktuellen Anschriften der Betroffenen bzw. deren Angehörigen ermittelt und die Kontakte hergestellt werden. Die vorhandenen Unterlagen gewährleisten ebenso kompetente Hilfe bei Ahnen- und Familienforschung. Als amtlich anerkannte Auskunftsstelle unterstützt der Kirchliche Suchdienst in behördlichen Angelegenheiten, wie z.B. bei Urkundenbeschaffung, Abstammungsnachweisen, bei Todeserklärungen, bei Fragen zur Staatsangehörigkeitsklärung, bei der Erbenermittlung u.v.m. Beim Kirchlichen Suchdienst befinden sich auch noch über 120.000 Feldpostbriefe bzw. Kriegsgefangenenpost, die Ende des Krieges nicht mehr zugestellt werden konnten - nicht selten auch ein letztes Lebenszeichen der Absender. Auf Anfrage werden die Bestände geprüft und die Poststücke an die Eigentümer (Angehörige) übermittelt.

Kontaktadresse:
Kirchlicher Suchdienst
HOK-Zentrum Passau
Ostuzzistraße 4
94032 Passau

Tel.: (0851) 951669-0
Fax: (0851) 951669-33
Mail: mailto:ksd-passau@kirchlicher-suchdienst.de
Homepage: http://www.kirchlicher-suchdienst.de

Bundesarchiv Lastenausgleichsarchiv, Bayreuth

Das Lastenausgleichsarchiv (LAA) innerhalb des Bundesarchivs hat seinen Sitz in Bayreuth. Das LAA verwahrt die in den fünfziger Jahren entstandene Ost-Dokumentation des Bundesarchivs. Sie enthält Fragenbogen- und Erlebnisberichte zur Dokumentation der Vertreibung der Deutschen. Darunter befinden sich u.a. ca. 15.000 Gemeindeseelenlisten (z.T. mit Ortsplänen) mit Angaben über den Personenstand in den Gemeinden der Vertreibungsgebiete um 1939. Diese Listen wurden von Einwohnern aus der Erinnerung heraus angefertigt. Die enthaltenen Informationen sind in die HOK eingearbeitet.

Personalakten der Reichsbahn

Entgegen gelegentlich anderslautender Auskünfte hat die Deutsche Bahn AG kein Archiv der Personalakten der Deutschen Reichsbahn.


Personalakten der Reichspost

Beim Bundesarchiv in Berlin wird der Aktenbestand des ehemaligen Reichspostministeriums aufbewahrt, der aus mehr als 20.000 Akteneinheiten besteht. Personalakten befinden sich aber nur darunter für ehemalige Bedienstete mit höheren Diensträngen, d.h. vom Postrat aufwärts, und auch diese sind sehr lückenhaft überliefert; vieles ist im zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Es sind aber auch sehr viele "Standeslisten", d.h. Personalbogen mit Daten zur Person auf 4 Seiten formularhaft vorhanden. Wenn jemand Namen, Vornamen, Geburtsdaten sowie möglichst auch Einsatzorte, Dienstgrade und Dienststellungen kennt, kann festgestellt werden, ob Unterlagen vorhanden sind. Die Personalakten von unteren Diensträngen wurden in der Regel geführt bei den Reichspostdirektionen. Deren Akten sind - soweit sie noch erhalten sind - in den jeweils regional zuständigen Archiven, nicht im Bundesarchiv, zu finden. Für Schlesien ist ausnahmsweise ein großer Aktenbestand mit Personalunterlagen der Reichspostdirektion Breslau im Bundesarchiv Koblenz überliefert.

Personalakten von Lehrern

Die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung hat die Volksschullehrerkartei Preußens online gestellt. Die Datenbank enthält ca. 138.000 Nachweise zu Volksschullehrern und -lehrerinnen Preußens. Beginnend bei dem Geburtsjahr 1856 für Reg.-Bez. Oppeln, 1861 für Reg.-Bez. Liegnitz und 1862 für Reg.-Bez. Breslau. Die Kartei endet 1945.

ev. Pfarrer

An einem ev. schlesischen Pfarrerbuch wird gearbeitet. Angaben über Pfarrer findet man u.a. in folgenden Publikationen:

Grundbücher

Die erhaltenen Akten der Land- und Amtsgerichte sind meist in den polnischen Regionalarchiven überliefert, zum Teil auch in deutschen und tschechischen Archiven. Neben den Grund- und Hypothekenakten sind auch Personalakten, Testamente, Vormundschaftsfälle usw. von genealogischem Interesse.

Eine aktuelle Übersicht über die Lagerorte dieser Bestände:

  • Stefan Guzy: Bestandsübersicht der Aktenüberlieferung schlesischer Amtsgerichte bis 1945. Ein Beitrag zur Verzeichnung personengeschichtlicher Quellen Schlesiens. In: Schlesische Geschichtsblätter 37 (2010), S. 20–30

Generalkommission für Schlesien

Eine sehr wichtige, wenn auch praktisch unbekannte Quelle sind die Bestände der Generalkommission für Schlesien zu Breslau mit Unterlagen im Staatsarchiv Breslau und 42.400 Bänden für die Jahre 1769, 1816-1928. Die Generalkommission war für die Ablösung der Robotdienste, Naturalabgaben und Privilegien wie Holzservitute in der Provinz Schlesien für Dörfer und Städte zuständig. Aus den Akten lassen sich vor allem die dörflichen Besitzverhältnisse von (nicht freien) Bauern, Häusler, Gärtnern und Einliegern aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rekonstruieren.(Siehe Regulierung). Die Unterlagen sind nach Kreisen und Gemeinden sortiert und durch Findbücher erschlossen.

Urbare

Urbare sind Abgabenverzeichnisse der untertänigen Bevölkerung und seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts für Schlesien überliefert. Mitte des 19. Jahrhunderts verloren sie ihre Rechtsfunktion und wurden nicht mehr angelegt. Die älteren befinden sich fast immer im Staatsarchiv Breslau, dem Landesarchiv Troppau und zum Teil an entlegenden Orten. Jüngere können auch in den Amtsgerichtsbeständen oder noch in Gemeindebesitz überliefert sein.

Für eine aktuelle Übersicht über die bereits gedruckten Urbare vgl. Stefan Guzy: Das Urbar der Herrschaft Cosel 1578. Der Anteil von Stadt und Schloss Cosel und das Hufenregister der Kammergüter mit einer Einführung in das frühneuzeitliche Urbarialwesen Oberschlesiens (=Quellen und Darstellungen zur Personengeschichte des östlichen Europa 1), Herne 2010.

siehe auch:

Auswanderung und Einwanderung

Unterschiedliche Listen von Emigranten aus Schlesien finden sich zusammengestellt unter Auswanderung aus Schlesien, dergleichen Listen für Einwanderer unter Einwanderung in Schlesien.

siehe auch:

Adel in Schlesien

Schlesien/Adel

Personalschriften

Sogenannte Personalschriften wurden zu Geburtstagen, Taufen, Verlobungen, Hochzeiten, Amtseinführungen, Jubiläen und zum Tod eines Menschen verfaßt. Oft wurden diese Schriften gedruckt.

Heimatzeitungen

Heimatzeitungen der vertriebenen Schlesier.

Genealogische Zeitschriften

sonstige genealogische Quellen

Historische Quellen

Ortsverzeichnisse

Volkszählungen

Die Daten der Volkszählungen in Schlesien befinden sich im Geheimen Staatsarchiv Preußischen Kulturbesitzes. Interessant sind auch die Statistischen Jahrbücher für Preußen (vor 1903 unter dem Titel 'Statistisches Handbuch für den Preußischen Staat' erschienen).

siehe auch: Kategorie:Volkszählung in Schlesien

Militär

Adressbücher

Umfangreiche Nachweise erhaltener Adressbücher (Städte, Kreise, Güterdressbücher) finden sich unter Adressbücher aus Schlesien.
Für die Gutsforschung sind die Güteradreßbücher von Nutzen. Sie listen die Besitzer und geben Wirtschaftsinformation wie Fläche in ha, Viehbestand usw.:

  • "Verzeichnis sämmtlicher Rittergüter u. selbständ. Gutsbezirke sowie derjenigen grösseren Landgüter in der Provinz Schlesien, welche innerhalb d. Gemeindeverbandes mit einem Grundsteuer-Reinertrag von mind. 500 Thalern (ab 1886: 1500 Mark) veranlagt sind"
  • "Adressbuch des Grundbesitzes der Provinz Schlesien dem Areal nach von 500 Morgen aufwaerts"
    • Verlag Bürde, Berlin.
    • Jahrgang: 1873
  • "Handbuch des Grundbesitzes im Dt. Reich, Provinz Schlesien"
    • 1880: Verlag Nicolai, Berlin u. 1892: Verlag Lodemamm, Berlin.
    • Jahrgänge: 1880[1.]; 1892[2.]; 1922[3.]
  • "Neuester Schematismus der Herrschaften, Güter und Zuckerfabriken in Mähren und Schlesien, sowie der auf den Gütern bestehenden Brauereien, Brennereien und sonstigen Industrien, deren Besitzer, Pächter und der dabei angestellten Beamten"
    • Jahrgänge: 1887[5.]; 1903[10.]; 1912[12.]
  • "Amtliches Güter-Adressbuch für die Provinz Oberschlesien"
    • Hrsg.: Vom Presse-, Statistischen u. Verkehrsamt d. Provinzialverwaltung von Oberschlesien, Verlag: Niekammer (in Kommission), Leipzig.
    • Jahrgang: 1930
  • "Adressbuch des schlesischen Grundbesitzes"
    • Verlag Ceres, Berlin-Gr. Lichterfelde-West u. Leipzig.
    • Jahrgang: 1910
  • "Alphabetischer Nachweis des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels."
    • Rauer (Hrsg.), Berlin
    • Jahrgang: 1857

Amtliche Periodika

Zeitschriften "Provinzial-Correspondenz" und "Neueste Mittheilungen"
  • Die Berliner Staatsbibliothek digitalisiert derzeit den Volltext der Zeitungen "Provinzial-Correspondenz" sowie "Neueste Mittheilungen", der bisher von 1863 bis 1884 durchsuchbar ist.
Protokolle des Preußischen Staatsministeriums
Amtsblätter

Andere Periodika

Andere Quellen - einschließlich Internet

Verlage

Persönliche Werkzeuge