Sinsteden

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Disambiguation notice Sinsteden ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Sinsteden (Begriffserklärung).

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Düsseldorf > Rhein-Kreis Neuss > Rommerskirchen > Sinsteden


Lokalisierung Rommerskirchen innerhalb Rhein-Kreis_Neuss
Sinsteden auf der Tranchotkarte von 1813

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

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Ansicht auf Sinsteden, von Vanikum kommend
Ansicht auf Sinsteden, von Vanikum kommend


Wappen

Datei:Wappen Sinsteden.jpg Beschreibung:

Allgemeine Information

Wappen-Roki.gif Ortschaften der Gemeinde Rommerskirchen im (Rhein-Kreis Neuss)

Anstel | Butzheim | Deelen | Eckum | Evinghoven | Frixheim | Gill | Hoeningen | Ikoven | Nettesheim | Oekoven | Ramrath | Sinsteden | Ueckinghoven | Vanikum | Villau | Widdeshoven




Geschichte

Gruß aus Sinsteden um 1900
Postkarte von Sinsteden
Restauration zur Erholung
von Peter Heimanns

Der I. Weltkrieg (ein Auszug aus der Schulchronik)

Quelle: Schulchronik Sinsteden, Archiv im Rhein-Kreis Neuss
Digitalisat: Schulchronik-Sinsteden_Auszug-WK1.djvu
Transkription von Klaus & Bernhard Erdmann

1914.

Mit dem 1. März d.J. übernimmt die Lehrerin Frl. Fingerhut aus Rommerskirchen hierselbst den Handarbeitsunterricht. Lehrer Mommerts wurde von der königl. Reg. für den Monat März infolge Krankheit vom Unterrichten dispensiert. Als Vertreter kam Herr Franz Schwalbach aus Neuß.
Die Schülerzahl belief sich im verflossenen Schuljahr durchschnittlich auf 60. Gefehlt haben 4%..
Am 9. Juli machte die Oberklasse nach Neuß. Infolge der Mobilisierung fiel der Unterricht vom 3. bis 30. August aus. Für Rübenferien wurden 8 Tage im Anschluß an die Pfingstferien bestimmt. Die Herbstferien dauerten vom 20. Sept. bis 18. Oktober. Die Weihnachstferien vom 23. Dez. bis 7. Januar. Am 27. Nov. war Revision durch Herrn Kreisschulinspektor Dr. Sondermann. Die Schulentlassung war bereits am 27. Febr. [19]15, damit die Kindern bei dem großen Arbeitsmangel helfen konnten.

1915.

Am 7. Mai geriet der siebenjährige Schüler Vinzenz Rottels durch das Scheuwerden eines Pferdes unter eine eiserne Walze und starb gleich nachher infolge innerer Quetschung. Gemäß Anordnung der königlichen Regierung fand auch in hiesiger Schule am 15. Mai eine entsprechende Gedenkfeier statt, der folgendes Programm zu Grunde lag.

  1. Gedichte: Am Rhein, Sie sollen ihn nicht haben.
  2. Lied: Strömt herbei ihr Völkerscharen.
  3. Ansprache: Wie die Vertreter Rheinlands zu Aachen den Huldigungseid leisten und wie sich in den 100 Jahren der Zugehörigkeit an Preußen die Reichsprovinz wirtschaftlich entwickelt hat.
  4. Gedicht: Dem Land wo meine Wiege stand.
  5. Lied: Oh Deutschland hoch in Ehren.

Seit dem 15. Juni erteilt Lehrer Mommerts an 3 Tagen der Woche Halbtagsunterricht in Vanikum. Der dortige Lehrer Gottschalk dient seit Januar bei der 3. Landsturmkompagnie in Neuß. Er ist seit Juni an der russischen Front. Sein Vertreter, Herr Lehrer Schwalbach aus Rommerskirchen, trat Anfang Juni als Freiwilliger bei der Fußartillerie ein.
Am 6. Aug. fiel infolge der Besetzung von Warschau u. Iwangorod der Unterricht laut landrätlicher Verfügung aus. Aus Anlaß der Erstürmung Novogeorgiewsk fiel am 20. Aug. der Unterricht aus..

Am 3. Dez. fand die jährige Revision des Herrn Kreisschulinspektors Dr. Sondermann statt.

1916.

Seit 7. März könnte an hiesiger Schule der Unterricht wieder voll erteilt werden, da für Vanikum ein besonderer Vertreter ernannt wurde. Mit dem 1. Mai wurde der Unterricht nach der neu eingeführten Sommerzeit 1 Stunde früher begonnen.
22. Mai Revision der Schulakten u. Hefte durch Herrn Kreisschulinspektor. Der Hitze wegen war an dem Nachmittag der Unterricht ausgesetzt.
Die Nachrevision fand am 22. Juli statt.
Lehrer Mommerts erhielt zwecks Kur in Neuenahr vom 27. Aug. bis zum Beginn der Herbstferien 10. Sept. Urlaub. Er wurde durch Herrn Lehrer Görtz – Rommerskirchen vertreten.
Infolge starker Inanspruchnahme der Schulkinder zu landwirtschaftlichen Arbeiten wurden die Herbstferien um 10 Tage, bis zum 22. Okt. verlängert.
Anstelle des nach Eitorf versetzten Herrn Kaplan Theisen erteilt seit Ostern Herr Pfarrer Braun an hiesiger Schule den Katechismusunterricht.

1917.

Mit Rücksicht auf die große Kälte und den Dadurch entstandenen Kohlenmangel wurden die Weihnachstferien bis zum 15. Januar verlängert, desgleichen der Unterricht vom 8. bis 19. Februar ausgesetzt. Auf Anordnung des Gouverneures begann nach den Weihnachstferien bis Frühjahr aus Sparsamkeitsrücksichten [der Unterricht] morgens erst um 9 Uhr.
Seit Ostern verteilt Herr Kaplan Hörter den Katechismusunterricht hierselbst.
Im Laufe des Sommers u. Herbstes wurden die größeren Kinder meist zu landwirtschaftl. Arbeiten beurlaubt. Infolgedessen konnte namentlich in der Oberstufe kein planmäßiger Unterricht gehalten werden. Am 12.7. Revision durch Kreisschulinspektor Herrn Dr. Sondermann. Derselbe wurde im Oktober zum Schulrat ernannt.
Vom 15. Okt. bis 14. Nov. waren die Schulen hiesiger Gemeinde infolge der Ruhr geschlossen.

1918.

Wie im verflossenen Jahre so nahmen auch jetzt die von Mai bis Sept. hier untergebrachten 14 Erholungsbedürftigen Kinder aus Aachen am Unterricht teil. - Krankheitshalber weilte Lehrer Mommerts vom 19. Aug. bis halben Sept. in Bad Neuenahr. Frl. Fingerhut aus Rommerskirchen hatte die Vertretung bis zu den Herbstferien.
Der Schulbesuch war durch fortgesetzte Beurlaubung namentlich der größeren Kinder, die zu landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen wurden, sehr mangelhaft. Auch fehlten zahlreiche Schüler infolge Kränklichkeit längere Zeit.

1919.

Von Ostern ab erteilt anstelle des nach Niederpleis versetzten Kaplan Hörter Herr Pfr. Braun hierselbst den Katechismusunterricht. Die Schülerzahl beträgt 65. Es fehlten durchschnittlich 8%.

Besatzungsbericht

Als eine der traurigsten Folgen des Weltkrieges darf wohl die Besetzung unserer Heimat angesehen werden. Bereits am 30. Nov. 1918, als der Rückmarsch unseren heimkehrenden Truppen noch im Gange war, wurde seitens der Behörde das Einziehen der Fahnen angeordnet und die Abgabe aller im Besitz der Bürger befindlichen Waffen gefordert. Besonders schwer mag es mancher Jagdliebhaber empfunden haben, seine oft wertvolle Flinte herzugeben. Mit einer Fuhre wurden diese auf die rechte Rheinseite nach Düsseldorf gebracht, in der Erwartung, sie später zurück zuerhalten, doch nicht eine einzige kam nachträglich in die Hände des Besitzers.
Man sagt, die Separatisten hätten sich ihrer bemächtigt und bei ihren schmutzigen Taten verwendet. Die nachträglich gezahlte Entschädigung war sehr gering. Mit dem 2. Dez. 1918 trat plötzlich Bahn- und Postsperre ein. Eine englische Reiterabteilung erschien und übernahmt bis zum 11. im 12. die Überwachung und Bedienung des Telefons und des Verkehrs.
Als die Bewohner Sinstedens am Sonntag den 7. Dez. frühmorgens zur Kirche gingen, sahen sie zu ihrer Überraschung eine größere Kolonne englischer Militär-Lastautos, die sämtliche Straßen von Rommerskirchen und den Marktplatz für den Verkehr fast vollständig gesperrt hatten. Diese waren in der Nacht eingetroffen. Die meisten Truppen schliefen noch, während einige bereits das Frühstück bereiteten. Alles war im tatellosen Zustand und Proviant und Verpflegung so reichlich, besonders an Fleisch, Reis, Weißbrot, Tee und Kakao, daß manchem von uns, der in letzter Zeit so vieles infolge der Kontinentalsperre entberren mußte, der Mund wässerte. Die Offiziere hatten in den schönsten Häusern Küche und mehrere Zimmer für sich beschlagnahmt. In den nun folgenden Tagen sah man hauptsächlich Kraftwagen-Kolonnen, Reiter, Artillerie und Pioniere von Bergheim kommend in der Richtung auf Köln weiterziehen. Unser Ort blieb vorläufig verschont. Die Villa Herriger in Gill, der schönste Bau des Gillbachs mit seiner komfortablen Innenausstattung wurde vom Brigade-General bezogen, der hier mit seinem Stab für die Zeit der englischen Besatzung bis Mitte September 1919 Quartier nahm. Paß- und Polizeibüro befanden sich in Rommerskirchen im Hause von Ad. Osterrath. Bei weiterer Einquartierung wurden auch die Schulsäle von Rommerskirchen u. Vanikum belegt, sodaß der Unterricht monatelang ausfallen mußte, während hier keine Unterbrechung derselben stattfand.
Auf Anordnung des Generals waren die männlichen Bewohner gehalten, die englischen Offiziere durch Hutabnehmen zu grüßen. An der Innenseite der Haustüren war ein Verzeichnis mit Geburtsdatum der Hausbewohner anzubringen, sämtliche Bewohner über 12 Jahre mußten einen Paß mit Bild bei sich führen. Die Pässe wurden anfänglich von den Engländern selbst ausgestellt. Der Verkehr auf den Straßen war von abends 9 bis morgens 6 Uhr gesperrt. Dies traf besonders die Fabrik- und Grubenarbeiter, die dadurch nicht rechtzeitig zu ihren Arbeitsstätten gelangen konnten. Die Landesproduktehandlung von Goldstein am Bahnhof Rommerskirchen wurde als Soldatenheim eingerichtet.
Vom 10.12.[19]23 bis zum 23.2.[19]24 war der Bahnhof R.[ommerskirchen] durch belgische Truppen besetzt und war Schlußstation der Regiebahn. Anfänglich mußten die Reisenden zur Weiterfahrt nach Köln bis Stommeln zu Fuß gehen, nachher konnte man per Wagen dahin gelangen und zuletzt fuhr der kölner Zug bis etwa 1 Kilometer von Eckum entfernt und nahm hier auf offener Strecke die Passagiere auf. Die durchschnittliche Besatzungsstärke in den verschiedenen Ortschaften der hisiegen Bürgermeisterei betrug 800 bis 1000 Mann. Zur Zeit des Rureinbruches und nach dem Inkrafttreten des Dawes Plans1, waren keine Besatzungstruppen mehr einquartiert. Vom 4. Nov. 1919 bis zur Räumung der 4. Zone gehörten wir zum französischem rsp. [respektive] belgischen Gebiet.
Im Herbst des Jahres 1925 fand in hiesiger Gegend ein größeres englisches Manöver statt, welches das Gebiet von Köln, Neuß, Jülich-Düren umfaßte.

Die schweren Tanks, die wochenlang auf dem Marktplatz lagerten, demolierte bei ihren Übungen gewaltig die Wege und Straßen. Unsere Jugend sah hier zum ersten Male ein großes Manöver, an welchem neben Tanks alle Truppengattungen teilnahmen.
Die belgischerseits ausgeübte Kontrolle auf Autoverkehr, Personalausweis war sehr scharf. Ja selbst auf dem Wege zur Kirche war man nicht sicher und mehrmals wurden Geldstrafen bis zu 20 M[ark] dieserhalb verhängt wurden. Auch Vereinsversammlungen und sonstige Veranstaltungen, ja selbst das Ausziehen der Prozessionen bedurften ihrer Genehmigung. Die Besatzungsoffiziere übten willkürlich die Jagd aus, ohne den Jagdpächter zu fragen oder zu entschädigen. Von den Engländern wurde angeblich zur Beseitigung der Fliegenplage den Landwirten das tägliche Ausfahren des Stalldüngers zur Pflicht gemacht, später als man die Undurchführbarkeit einsah, wurde die Verordnung gemildert.

Der Ort Sinsteden hat nur zweimal unter Einquartierungslast der Engländer gelitten und zwar vom 4.1.1919 bis 7.1.1919 – 170 Mann – und vom 3.3.1919 bis zum 15.3.1919 ungefähr die gleiche Stärke. Dabei wurde nur einmal die Schule als Instruktionslokal benutzt.

Das Benehmen der englischen Einquartierung gab zu keinen Klagen Anlaß.



Der II. Weltkrieg (ein Auszug aus der Schulchronik)

Quelle: Schulchronik Sinsteden, Archiv im Rhein-Kreis Neuss
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Die Vorgänge in der Schule und im Ort werden hier geschildert. Im Juli 1943 werden zwei Bunker zum Schutz der Leute von Sinsteden gegen die Terrorangriffe der Engländer gebaut. Die Bunker sollen für ca. 300 Personen Platz bieten.

Der Luftschutzbunker Meller

Dieser Bunker befindet sich wenige Meter nebem dem Denkmal für die Opfer der beiden Weltkriege an der Dorfstraße.

Ca. 3,50 m unter der Erde liegt der Bunker mit eine Fläche von 30 qm (gedacht für ca. 150 Personen!)

Hier wurde Schulunterricht erteilt und gegen Ende des Krieges hielten zwei Patres im Jan. 1945 für die noch zur Westfront ziehen Soldaten und Dorfbewohner die hl. Messe.

Geographische Lage
51.046686°N 6.657552°O


Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

digitalisierte Standesamtregister von Rommerskirchen
  1. Geburtsregister
  2. Heiratsregister
  3. Sterberegister
Neu Kommunikanten und Firmlinge aus Sinsteden finden sich im
Bruderschaftsbuch der Bruderschaft Jesus-Maria-Joseph von 1873 der kath. Pfarrei St. Peter, Rommerskirchen.




Historische Quellen


Historische Hofanlagen

Sinstedener Hof
Cremershof
Pekenhof
Bongarder Hof
Meisenhof
Zorgeshof
Dameserhof
Frankeshof


Adressbücher

Bibliografie

Genealogische Bibliografie

Historische Bibliografie


Archive und Bibliotheken

Archive

Das Gemeindearchiv Rommerskirchen jetzt im Archiv im Rhein-Kreis Neuss



Bilder, Fotos und historische Karten

Die alte Schule 1934




Weblinks

Offizielle Webseiten


Genealogische Webseiten

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Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung SINDENJO31HB
Name
  • Sinsteden (deu)
Typ
  • Ort
Postleitzahl
  • W4049 (- 1993-06-30)
  • 41569 (1993-07-01 -)
Karte
   

TK25: 4905

Zugehörigkeit
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Rommerskirchen ( Gemeinde )



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