Schlesisches Namenbuch/072

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Schlesisches Namenbuch
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  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
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Profe (Görlitz [2] Liegnitz [2] Haynau [1] Oppeln [1]), Proft (Grünberg [2] Liegnitz [2] Oppeln [4] Ratibor Beuthen), Profus, Profuss (Beuthen [10]).

Zugrunde liegt, wie dem ON. Profen, Kr. Jauer, der slaw. TN. Prvslav (KF.: Prve, Prven, Pruvan) vom Stamme pruvj = primus (Mikl. Nr. 306). - Belege: Profand Cro 1443; Kunnot Profandis 1381 Sorau Land; FN. Provant in Breslau (Rcht. 115); Merten Profe 1573 Görlitz; als bäuerlicher FN. 1576 im Weichbild Jauer (Zobel S. 82). Vgl. auch Conradus dictus de Provin 1329 (Liegnitz UB. S. 82); Bernhard Pvin/Provin 1423 Liegnitz.


Proksch (Ratibor [8] Beuthen [8]), Prox (Beuthen [3]), mdal. Bruck, Bruckisch (Brieg [7] Hirschberg [8]), Brucks.

KF. mit isch-Suffix von Prokop, dem N. des Schutzheiligen Böhmens († 1053, heilig gesprochen 1204). In Vollform: Prokop/Prokopp, Prokopf; Brokof (Görlitz [6]), wendisch wie Jokof von Jakob. Mikl. Nr. 301 hat: Prokoš. - Belege: Merten Prokusch (Burdach Bd. 9.); Progsche 1456 (Cod. 4, 162); Hanns Brox 1491 Liegnitz; Merten Brox 1560 Görlitz; Procop Molner 1447 Glatz; Procoff Funcke 1532 Görlitz; Brocuff Rotbart 1505 Freystadt (Cod. 24). Procop Holcro = Proxi = Brogkisch H. 1442 ff. Freiberg (UB. 3). Progkisch vom Berge = Proxe uf dem B. (1346 od.) 1446 Freiberg (UB. 3, 238, 249).


Proske (Ratibor 1 Spielart! Beuthen [8] Neisse oft, Schweidnitz [3] Görlitz [6]), Broske.

D. i. Prosek (Mikl. Nr. 303), tschech. KF. zu Prosimir, Proslaw, wahrscheinlich zum Hl.N. Ambrosius gehörig. (Vgl. Damroth S. 227 und den FN. Brosig!)


Prüfer (Grünberg [23]! Görlitz [16] Liegnitz [10]), Prüfert (Öls [4]), Priefer, Priefert.

Enthält dasselbe Grundwort wie die ON. Prüfern/Sachsen und Priwor/Böhmen. - Belege: Niclos Prüfer 1410 Freystadt; Lorentz Prüffer von Glogaw (!) 1552 Görlitz.


Püschel (Liegnitz [8] Görlitz), Pusch (Liegnitz [26]), Puschmann (Liegnitz [5]).

Zu slaw. KF. Possek = Possel/Posselt = Puschel wie Peschek = Peschel = Pöschel = Peter! slaw. o = deutsch u: wie in Porschke = Purschke = Perschke = Peter! Vgl. ON. Puschwitz = Poschwitz, Woytko alias Pusch 1392 (Cod. 10, S. 234: Kloster Kamenz); Pusche Pruffrs brieffe czu Herczugswalde 1482 (Cod. 24, S. 134) Grünberger Ggd. (= Petsche Prüfer, Untersasse, nach d. Hrsg.). Merten Posschel 1465 Scholz i. Nossen (Cod.10, S. 323 f). Puscho de Lybental vor 1350 in Liegnitz. Schon 1327 bzw. 1372 Püschel u. Puschman als FN. in Liegnitz. Vgl. den Görlitzer Meistersinger Adam Puschmann (16. Jh.).


Raschke (Liegnitz [23] Görlitz [16] Neisse Oppeln [5] Beuthen [8]).

Nur gänzliche Unkenntnis kann R. als „rasch“ deuten (so Jungandreas, Schles. Wb. S. 167). Es ist vielmehr KF. zum slaw. TN. Radoslaw, Radslaw, Raslaw (Mikl. 316 und 228), heute FN. Raßloff. Noch heute begegnet Raschke z. B. in Bulgarien als VN. Vgl. auch Raschek, Rassek, Raschka. - Belege: Radslaus dictus Ramswalt 1319 Liegnitz (UB.); Ritter Razslaus Dremelik (Burdach Bd. 9.); Raschco de Bartuschdorf 1352 Liegnitz. Als FN.: Pawel Raschke 1397 Liegnitz; Czepan Raske 1472 = Cz. Raschko 1484 Glatz.


Rathmann (Breslau oft, Schweidnitz [7] Sgl[GWR 1] [4] Habelschwerdt [2] Landeck [2] Neurode [2] Neisse Neustadt [2] Grünberg [2]). Oberschlesisch u. glätzisch. Auch Radmann, Ratmann.

Kein Ratsherr, wie Reichert (S. 98) und Jungandreas (Schles. Wb.) glauben, sondern eingedeutscht aus Radwan (altslaw. TN. Radowan, Mikl. 316), wie die ON. Radmannsdorf/Löwenberg, Rathmannsdorf/Neiße und Ransdorf/Glogau beweisen, welch letzterer 1490 Radmansdorf und 1310 noch Radwansdorf lautet. Auch in den FN. Radewahn (Öls [2] Oppeln) und sogar Radewagen (Schweidnitz Görlitz [2] Breslau) lebt der PN. Radwan (Oppeln [3] Beuthen [3]) fort, vgl. auch Radwanski (Beuthen [3]); siehe auch Schirdewahn! Deutsches ratman (= Ratsherr) ist zwar belegt, doch sollte man die Mundartform



Anmerkungen der GenWiki-Redaktion (GWR)

  1. Abkürzung »Sgl« nicht unter den benutzten Adressbüchern aufgeführt.
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