Eupen und Umgegend (1879)/050

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Eupen und Umgegend (1879)
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den Fabriken und eine ausgedehntere Beschäftigung der Arbeiter zu verzeichnen.

       Die nach dem Gesetz vom 7. März 1822 erwählten Abgeordneten zur endgültigen Regelung des Gemeindeschuldenwesens haben den allgemeinen Schulden-Etat abgeschlossen. Nach demselben beträgt die Kapital-Schuld der Gemeinde Eupen 59,937 Thlr. 7 Sgr. 8 Pf. und die Zinsen-Rückstände bis zum 1. Januar 1822 23,983 Thlr. 16 Sgr. 5 Pf. — Zwei neue Viehmärkte wurden genehmigt. — Von dem in Kettenis unter dem Hornvieh ausgebrochenen Milzbrand blieb Dank der umfassenden polizeilichen Maßregeln die hiesige Gemeinde verschont.

       Der Gang der Fabriken im Jahre 1827 war gleich dem vorigen Jahre leidlich gut. Zwischen Kettenis und Eupen fand bei „Schnellenwind“, der Hochstraße und Gemehret eine Gränzregulirung statt. — Der im vergangenen Jahre verhütete Milzbrand zeigte sich in diesem Jahre vereinzelt in hiesiger Gemeinde. — Ein Grundstück der Haasstraße in der Nähe der duyvelscheidter Brücke, über dessen Besitz Streitigkeiten schwebten, wurde für Rechnung der Gemeinde am 21. März für 348 Thlr. 5 Sgr. 10 Pf. verkauft.

       Der im Anfange des Jahres 1828 wieder gedrückte Absatz der hiesigen Fabrikate hob sich später wieder und darf also auf demselben Standpunkte wie im Vorjahre verblieben angenommen werden. Am 1. November wurde die neue aachener Straße dem Verkehr übergeben. (S. dort.) Mehre Gemeinde-Grundstücke wurden für 4149 Thlr. verkauft. Am 3. Dezember Abends 6½ Uhr wurde ein von Norden nach Süden sich bewegendes, etwa 5 Sekunden andauerndes Erdbeben wahrgenommen, das jedoch namhaften Schaden nicht hervorgerufen. Der Himmel war stark bewölkt, die Temperatur vor dem Erdbeben kalt, nach demselben mild.

       Die Tuch-Industrie erhielt im Jahre 1829 lebhaften Gang. In Betrieb waren 26 Fabriken, welche aus 5362 Centner gewaschener Wolle 28,061 Stücke Tuch zu 30 Ellen im Gesammtwerthe von 1,283,730 Thlr. fertigten. Eingeführt wurden 11,692 Centner