Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich/026

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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich
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Erzdioecese Koeln 1883.djvu
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zur Dyck, Lidberg, Milendunk, Holzbüttgen und anderer Freunde lebte. Er führte ein so heiliges Leben, daß er die ganze Gegend erbaute. Damals hatte St. Niclas in der Trifft keinen Eremiten. Einst als Henricus auf's Schloß kam, um Almosen zu sammlen, traf er den edlen Grafen Johann V. von Reifferscheid und dessen Gemahlin Gutta von Cuhlenburg. Auf deren Zureden vertauschte er seine Einsiedelei im Büttger Walde mit der Kapelle St. Niclas. Der Graf blieb sein beständiger Freund und Wohlthäter.

Es war im Jahre 1401, als Henricus die Kapelle mit sechs gleichgesinnten Genossen antrat und die dritte Regel des h. Franciscus von der der Buße dort einführte. Am 20. November1403 hatte er in Neuß in der Kapelle des h. Nicolaus vor dem General der Tertiarier, Heinrich Krahwinkel aus den Oliven in Köln, Profeß abgelegt.

Das war der Anfang der Klosters zu St. Niclas in der Trifft, welches bald das Mutterhaus des Tertiarier-Ordens am Niederrhein wurde. Die Anzahl der Brüder stieg rasch auf zwölf. Sie lebten in der größten Armuth, nur von Almosen. Auch hatten sie einen kleinen Ertrag von der Ausübung der Arzneikunde. Henricus war von zarter Constitution und erreichte ein Alter von achtzig Jahren. Er führte ein strenges Leben und ging nur in rauhe Wolle gekleidet. Um Mitternacht pflegte er sein hartes Lager zu verlassen, um in der Kirche bis an den Morgen im Gebete zu verweilen. Hohe und Niedere schätzten ihn. Von allen Seiten begehrt man seinen Rath und folgte ihm wie einem Orakel. Während seiner Amtsführung stieg die Zahl der Brüder auf vierzig.

Nachdem er 44 Jahre Minister und Superior gewesen, legte er seine Stelle wegen Alterschwäche nieder und starb zu Aachen am Feste der h. Juliana 1460 im Rufe der Heiligkeit. Dort fand er auch seine Ruhestätte. Sein Haupt aber wurde 1521 nach St. Niclas zur Trifft gebracht, in eine Kapsel verschlossen und im Oratorium des Kirchhofes unter dem Crucifixbilde beigesetzt.

Johann V., Herr zu Reifferscheid-Dyck, schenkte1416 dem Kloster einen Hof, eine Roßmühle und 41 Morgen Land zu einer Memorie auf alle Quatertemper.

1442 bestätigte Johann V. die Stiftung. Johann VIII. erlaubte, daß die Güter des Klosters mortificirt, d.h. außer Verkehr gesetzt würden. Auch gestattete er den Mönchen die Ausübung jeder Art mechanischer Arbeit und Handwerk.

Henricus, der Begründer des Klosters, erlangte 1427 vom Erzbischof Theoderich von Mörs die Erlaubniß, daß alle in der Erzdiöcese Köln befindlichen und unter ihren Pastoren oder andern Geistlichen stehenden Brüder und Schwestern des dritten Ordens unter einem einzigen