Kreis Borken/Landeskundliches Institut

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Einleitung

In einer Zeit, in der Geschichte und kulturelle Identität eine zunehmende Rolle spielen, hat der Kreis Borken ein eigenes Institut gegründet, um der Erforschung der Geschichte, Sprache, Volkskunde und kulturellen Entwicklung der Region ein besonderes Gewicht zu verleihen. Das Landeskundliche Institut Westmünsterland besteht seit dem 1. Juli 1988 und hat seinen Sitz in Vreden. Für den Standort Vreden entschied sich der Kreistag, weil das Hamaland-Museum mit seiner Bibliothek (Eigentum des Heimatvereins Vreden) bereits einen volkskundlichen Schwerpunkt bot, das Institut eine sinnvolle Erweiterung vorhandener Kapazität darstellte und die Stadt Vreden sich an der Finanzierung beteiligte. Die Lage an der niederländischen Grenze ist der Entwicklung wissenschaftlicher Kontakte zu den ostniederländischen Partnerinstitutionen in Doetinchen, Enschede und Kampen förderlich.

Ziele und Aufgaben

Schwerpunkt der Institutsarbeit sind: Durchführung eigener, kreisweiter Projekte, Beratung und Koordinierung bei Projekten Dritter (z.B. Kommunen, Heimatvereine, Einzelpersonen), Organisation und Durchführung von Exkursionen, Vorträgen, Seminaren, Kolloquien und Tagungen zu den verschiendenen Bereichen der Landeskunde,

Aufbau einer zentralen Forschungsbibliothek mit der wichtigsten Literatur zur westmünsterländischen Landeskunde.

Forschungsvorhaben, Projekte

Schwerpunkt der laufenden Projekte ist die Erfassung der mündlich sowie schriftlich überlieferten Flurnamen. Betreut wurden und werden Sammlungen in Ahaus, Bocholt, Borken, Gescher, Gronau, Heek, Heiden, Isselburg, Legden. Raesfeld, Reken, Rhede. Schöppingen. Stadtlohn, Südlohn und Velen. Hinzu kommt die Bearbeitung der ca. 50.000 Belege zählenden Sammlung urkundlich überlieferter Flurnamen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert.

Ein weiteres größeres Forschungsvorhaben war die Untersuchung der Mundarten im niederrheinisch-niederländisch-westmünsterländischen Grenzgebiet, die zusammen mit dem Staring Instituut Doetinchem und dem Amt für Rheinische Landeskunde in Bonn durchgeführt wurde. Hinzu kommen Projekte/Arbeiten zur Geschichte der Hexenverfolgung im deutsch-niederländischen Grenzraum, zur Rechtsgeschichte und zur Sagenwelt des Westmünsterlandes.

Veranstaltungen

Das Institut veranstaltet zu verschiedenen Themenbereichen Exkursionen. Für die kommenden Jahre sind Veranstaltungen zur geologischen Entwicklung des Raumes, aber auch kunst- und kulturgeschichtliche Exkursionen vorgesehen. Fortbildungsveranstaltungen (z.B. "Niederdeutsch und Schule", "Das Deutschlandbild in den Niederlanden / Das Niederlandbild in Deutschland") der Bezirksregierung in Münster finden hier statt.

Bibliothek

Zu den vordringlichsten Aufgaben des Instituts gehört der Aufbau einer gut sortierten, leistungsfähigen Bibliothek mit der wichtigsten Literatur zu allen Aspekten der westmünsterländischen Landeskunde. Dazu zählen in erster Linie die Bereiche Archivwesen, Archäologie, Geschichte, Geografie, Geologie, Kunst- und Kulturgeschichte, Philologie, Rechts- und Verwaltungsgeschichte sowie Volkskunde.

Die öffentliche Präzensbibliothek umfasst derzeit etwa 10.000 Bände. Der Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. hat seine Bücherei in den Bibliotheksbestand des Instituts eingebracht.

Überregionale Kontakte

Das Institut unterhält Kontakte zu ähnlichen Einrichtungen beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze. Dazu zählen vor allem das Staring Instituut, die Twente-Akademie, die Ijssel-Akademie, das Institut für niederdeutsche Sprache, aber auch die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland, die benachbarten Universitäten sowie das Zentrum für Niederlande-Studien in Münster und das Stichting Centrum voor Duitslandstudien in Nijmegen. Das Institut ist Mitbegründer eines grenzübergreifenden Kontaktzentrums -De Coppele- in der niederländischen "Bücherstadt" Bredevoort.

Veröffentlichungen

Das Institut gibt die Schriftenreihe "Westmünsterländische Flurnamen" heraus, in der bis heute insgesamt 19 Text- bzw. Kartenbände veröffentlicht wurden.

Von einer weiteren Buchreihe "Westmünsterland - Quellen und Studien", in der Monographien und Sammelbände zu verschiedenen Aspekten der Landeskunde erscheinen, liegen bis jetzt acht Bände vor.

In einer dritten Reihe "Berichte und Dokumentationen aus dem Landeskundlichen Institut" ist zuletzt das vierte Heft mit Beiträgen zur Verleihung des Joducus-Hermann-Nünning-Preises 2000 erschienen.

Adresse

Landeskundliches Inst. Westmünsterland
Gasthausstraße 15
(im Gebäude des Hamalandmuseum)
48691 Vreden

Tel.: 02564/391820
Fax: 02564/391829
E-mail: westmuensterland-institut@kreis-borken.de

Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr um vorherige Anmeldung wird gebeten. Kontakt telefonisch oder über v.tschuschke@kreis-borken.de

Kommissarischer Leiter des Instituts: Dr. Volker Tschuschke