Lindnersche Stammtafel-Sammlung

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Lindner'sche Stammtafelsammlung

Die Lindner'sche Stammtafel-Sammlung befindet sich heute als Sammlung mit 18 Bänden, 2 Alben und 1 großen Schachtel in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Sie enthält Stamm- und Ahnentafeln des sächsischen und norddeutschen Adels und andere genealogische Arbeiten.


Geschichte

[1]

Begründet wurde diese genealogische Sammlung von Heinrich August Lindner (*03.06.1705 Halle/Saale[2], + 30.05.1787 Dresden), Sekretär am kurfürstl. Lehnshof in Dresden (Residenz des Kurfürstentums Sachsen). Sein Nachlaß bestand u.a. aus der später nach ihm benannten Sammlung von StT und AT, insgesamt etwa 800 Stammtafeln und über 4.000 Ahnentafeln (!) enthaltend.

Sammeln war auch im 18. JH. kostspielig. Heinrich August Lindner wendete im Verlauf von 53 Jahren nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Taler für diese Sammlung auf (Nachrichtenermittlung, Aufkauf).
1787 gelantge diese Sammlung in den Besitz von Friedrich Jacobi, 2. Hofprediger in Dresden [3]
Nach dessen Tod erwarb Ludwig Heinrich Kabisch v. Lindenthal, Rittergutsbesitzer in Gautzsch (bei Leipzig) die Sammlung (dieser + Gautzsch 24.10.1858)[4].
1859 kommt sie in den Besitz der Buchandlung Hartung (Fa. Hermann Hartung) in Leipzig, wenig später erneut in adligen Besitz.
Bis Ende der 1920er Jahre galt der Aufbewahrungsort als unbekannt.
Erst Friedrich Wecken wiederentdeckte die Sammlung und vermittelte einen Ankauf durch Oswald Spohr, der die Sammlung schließlich i.J. 1930 erwerben konnte. [5]

Die Lindner'sche St- u. AT- Sammlung gehörte zu den genealogischen Sammlungen des ehem. Reichssippenamts, die das Geheime Staatsarchiv in Berlin nach 1945 in seine Obhut nahm. Der Bestand trug die Bezeichnung "Nachlaß Lindner" und war vor 1945 durch Mitarbeiter des Reichssippenamts teilweise erschlossen und in diesem Zusammenhang auch ein Verzeichnis angefertigt worden (dieses ist als Findhilfsmittel jedoch nicht verwendungsfähig).

Da das Reichssippenamt vor 1945 mehrere große genealogische Sammlungen entweder selbst verwaltete (u.a. z.B. auch die Sammlungen des Berliner Herold e.V.) oder direkt in seinem Archiv-und Sammlungsbestand hatte konnte die Bestandsgeschichte des Nachlaß Lindner zunächst nicht rekonstruiert werden.

Ein Zusammenhang dieses Nachlaß Lindner zur bekannten gleichnamigen Stamm- und Ahnentafelsammlung (Sammlung Lindner bzw. Lindner'sche Sammlung) war jedoch naheliegend. Letztere wurde i.J. 1930 von dem bekannten Genealogen und Verlagsbuchhändler Oswald Spohr erworben (Verkauf Ende der 1950er- Jahre an die Bayerische Staatsbibl. München). Teile dieser Sammlung wurden 1930 ff. als Faksimile- Drucke veröffentlicht.[6]


Die heute in München (StaBi München, Handschriftenabt.) vorhandene Sammlung SPOHR gliedert sich in vier Teile "Lindbersche Handschriften I- IV".

Heute ist bekannt, dass die Berliner Sammlung (= Nachlaß Lindner, vor 1945 im Sammlungsbestand des Reichssippenamtes befindlich) urspr. tatsächlich zur Handschriftenabt. des Herold e.V. Berlin gehörte. Wenn demzufolge von der Sammlung LINDNER gesprochen wird, muss zwischen zwei Überlieferungen differenziert werden, die Stamm- und Ahnentafel- Sammlung in München (StaBi München) sowie die Berliner Sammlung (der Nachlaß Lindner, ebenfalls Stamm- und Ahnentafeln enthaltend).

Die Münchner Sammlung erscheint durch Register vollständig erschlossen. Dagegen stellt die Berliner Sammlung (des Herold e.V.) in der Tendenz eher eine Materialsammlung dar.

Namensregister

  • Ergänzung nicht im Register enthaltener zugeheirateter Ehefrauenfamilien sowie Ehemännerfamilien, aus dem Nachlaß von Prof. Siegfried Rösch (1899-1984), hier lediglich die 33 am häufigsten Vorkommenden aus dem über ca. 300 Familien umfassenden Rösch-Gesamtspezialverzeichnis[7] :

v.Schönberg, v.Bünau, v. Ende, v. Pflug , v. Schleinitz, v.Ponickau, v. Schönfeld, v.Buse, v. Dieskau, v.Hagen, v. Haugwitz, v.Krosigk, v.Leipzig(er), v. Miltitz, v. Brandenstein, v.Brandenstein, v.Bülow, v.Carlowitz, v.Einsiedel, v.Gersdorff, v.Haack, v.Lorben, v.Lüttichau, v. Metzsch, v.Nostitz, v.Pöllnitz, v.Posern, v.Schlegel, v. Schlieben, v. Spiegel , v. Veltheim, v. Witzleben

Veröffentlichungen

  • Lindnersche Stammtafel-Sammlung, 1.Lfg. 1 - 10., Leipzig: Degener, 1930
  • Lindnersche Stammtafel-Sammlung, 2.Lfg. 1 - 6., Leipzig: Degener, 1931

Bezugsquellen

Stammtafeln im Faksimile sind zu beziehen bei: Verlag Degener&Co.


Weiterführende Literatur

  • Joachim E. Schroeder- Hohenwarth: Die Lindner'sche genealogische Sammlung in: Nordeutsche Familienkunde Heft 4/ 1986 (Bnd. 13, 35 Jg., Okt-Dez. 1986), S. 561-574

Fußnoten:

  1. Genealogische Sammlung/ Archiv Engelhardt Thomas Engelhardt, Groß Bülten, Niedersachsen, 31241 Ilsede
  2. get. 05.06.1705 Halle/Saale (St. Ulrich)., Sohn des Advokaten Johann Lindner (Not. Publ. u. Jur. Pract.) in Halle/ Saale
  3. Cristian Friedrich Jacobi, x Weida/Vogtland 16.11.1755, + Dresden 18.06.1821 Pfarrer in Pesterwitz b. Dresden (Pesterwitz jetzt zu Freital). 1796 Garnisonsprediger in Dresden, 1814 Hofprediger
  4. Ludwig Heinrich Kabisch, Standeserhebung 1815 (sächs. Adelsdiplom), seit 16.11.1825 kgl.- sächs. Freiherr v. Lindenthal x 21.02.1789 Freiberg (Sachsen), + 24.10.1858 Gautzsch erwirbt das Rittergut Gautzsch Wahrscheinlich bei dessen Tod erfolgte eine Teilung des Sammlungsbestandes. Kabisch v. Lindenthal verstarb 1858 und bereits 1859 wurde der gesamte Besitzstand versteigert. So wird es 1859 zur Trennung der eigtl. Stamm- und AT- Sammlung vom Nachlaßbestand Lindners gekommen sein.
  5. Friedrich Wecken: Die Lindnersche Stamm- und Ahnentafelsammlung in: 20 Jahre und das Werk des Verlgers Degener & Co., Inh. Oswald Spohr, Leipzig 1930, S. 23 ff.; sowie: ders.: Die Lindnersche Stamm- und Ahnentafelsammlung In: Literarische Rundschau für den Familienforscher, Bnd. 2, H. 15/16, S. 57 ff.
  6. Lindnersche Stammtafel- Sammlung (lose Tafeln), Leipzig: Degener, 1930- 1942 vorhanden in Berlin, Bibl. des Herold e.V., Sign. IVb L 9 Geheimes Staatsarchiv Berlin, Bibliothek: Sign. 4 L 97.
  7. Das von Margarete Rösch sauber handgeschriebene Rösch-Spezialverzeichnis befindet sich innerhalb der gedruckten Lindner-Verzeichnisse und umfasst 2 "Päckchen" mit 13 karierte Kanzleibögen, beidseitig beschrieben, also 13 x 4 = 52 DIN-A-4-Seiten und 3 karierte Kanzleibögen, beidseitig beschrieben, also 3 x 4 = 12 DIN-A-4-Seiten, Scan vorliegend bei CompGen

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