Die Deutschen Personennamen/072

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Die Deutschen Personennamen
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trennt; zunächst Name eines Stallknechts); Pflug, Flegel, Stange, Scheffel, Viertel, Klotz, Keil, Block, Bindseil, Wagenseil, Leuchsenring (eiserner Ring an der Leuchse, d. h. Runge des Wagens), Nagel, Wacker-, Stülpnagel, Hammer, Zange, Pfannenstiel, Kessel, Krug, Krause, Ölkrug, Steinkopf (Becher), Korb, Sack (S. 51), Spiegel, Knopf, Löschhorn (Lichtauslöscher), Klop(f)stock: Der Tengelstock; in einem thüringischen Bergmannsliede wird vom Mäher gesagt: „Keinen Klopfstock, keinen Hammer Hätt' er in seiner Kammer, Wenn Halter kein Bergmann nicht war’“ (vgl. S. 12).

Gülden, Pfennig, Schimmelpfennig (der den Pfennig schimmeln läßt), Wucherpfennig (der mit ihm arbeitet), Wehrenpfennig (wahre den Pfennig), Schilling (S. 31b), Heller (S. 48), Pfundtheller.

Standesbezeichnungen sind: Kaiser, König, Prinz, Herzog, Graf (Graff, Graf), Land-, Markgraf, Ritter, Junker; Papst[1], Bischof, Probst, Abt, Pfaff, niederd. Pape, Priester, Münch (Mönch).

Diese Namen können als Spottnamen gegeben worden sein, so wie das Geschlecht, von dem Freytags Ahnen handeln, den Namen König führt. Die freien Bauern dieser Familie sind sehr stolz und wollen niemand Untertan sein. So nennt man sie spöttisch die Könige, betrachtet sie allerdings nur als eine Art „Zaunkönige“. Oder es wurde jemand spöttisch Bischof, Pfaff, Münch genannt, weil er so aussah, wie der „Erzbischof“ bei Reuter.

Ich schließe hier Engel und Teuffel an. Ein Ritter heißt Robert der Teufel, beide Worte sind uns noch heute als Vergleiche geläufig. Manteuffel wird gedeutet als ein Mann wie ein Teufel, ein Teufelskerl.

Auch Jahres- und Tageszeiten, Monate, Wochentage und Naturerscheinungen kommen als Familiennamen vor. Freitag nannte man etwa ein Kind, weil es an diesem Tage geboren war, so wie Robinson den Wilden so nannte, weil er ihn an diesem Wochentage gefunden hatte. Gustav Freytag, der bekannteste Träger dieses Namens, war der Sohn des Bürgermeisters von Kreuzburg in Oberschlesien. Er stammte aus einer Bauernfamilie eines benachbarten Dorfes, und der Name ist in der Gegend noch heute sehr verbreitet.


  1. Der Name Papst ist häufig in Frankfurt a. M. Vielleicht geht er auf Baptista zurück. Die dortige Firma Türk und Papst vereinigt alte Gegensätze miteinander