Franconia Sacra - Geschichte und Beschreibung des Bisthums Würzburg/103

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Franconia Sacra - Geschichte und Beschreibung des Bisthums Würzburg
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AlZ Wrstbischof Julius 1613 die Pfarrei Grlenbach wieder er-richtete, vereinigte er den ehemaligen Pfarrort Tiefenthal mit der Pfarrei Grlmbach, bestimmte aber, datz an allen Asiosteltagen, an den zweiten Feiertagen zu Ostern, Weihnachten und Pfingsten der Pfarrgottesdienst in Tiefenthal stattfinde und dah der Pfarrer am Mittwoch jeder Woche daselbst die HI. Messe lese. Um aber bei der Kirche zu Tiefenthal die ehemals bestehende Pfarrei gewissermahen aufrecht zu erhalten, verfugte Wrstbischof Julius in der Stiftungsurkunde, dah der Pfarrer zur osterlichcn Zeit nicht blos an Einem Orte, sondern Iedcn Einwohner in feiner Pfarrkirche: die von Grlenbach zu Grlenbach, die von Tiefen-thai zu Tiefenthal Beicht hore und ihnen die hl. Communion reiche. Auch wurden seit Wiedererrichtung der Pfarrei Erlenbach alle pfarr-lichen Akte fur Tiefenthal in der Kirche zu Tiefenthal vorgenommen. II. Lrrichtung der Aaplanei.

Diese Ginrichtung bestand bis zmn Iahre 1791, wo die Gemeinde Tiefenthal am 24. Mai mit dem Pfarrer von Grlenbach einen Vertrag abschloh, wonach em Geistlicher dcs Klostcrs Holzkirchen ai: Sonn-und Feiertagen den Vormittagsgottesdienst abhalten solle, wofur sie demselbm 40 fl. prn Iahr als Vesoldung und 10 st. dem Gotteshaus fiir Wachs und Paramente zahlen wollen. ^) Da die Gemeinde durch Fleitz und den Kleebau gut situirt war und kaum 1000 fl. Schulden hatte, sie also im Stande war, diese Ausgabe durch Umlagen aufzu-bringen, wurde die Vereinbarung am 10. Iuni genehmigt, mit der Bedingung, datz die Gemeinde an hohen Festtagen dem Pfarrgottes-dienste in Grlenbach beiwohnt, die Kinder aber nberhauvt die Christen-lehre zu Grlenbach besuchen. Als aber der Pfarrer die Abhaltung der Christenlehre fiir Tiefcnthal dem an den Sountagm celebrirenden Klostergeistlichen iibertrug, wurde 4. Febr. 1797 die fruhere Ordnung wieder anbefohlen. Durch die Sakularisation und die Aufhebung deZ Kloster Holzkirchen horte dieser Gottesdienst uberhaupt auf. 1804 wollte die Gemeinde wieder einen Geistlichen haben und em penstonirter Dominikaner von Wurzburg bot seine Aushiilfe an, aber durch Dekret vom 12. Dez. 1804 wurde es abgelehnt.^) Grst i. I. 1851 wurde eine standige Kaplanei errichtet, indem aus dem Choramt 300 fl. be-willigt und durch Umlagen der Gemeinde 100 fl. aufgebracht wurden, wozu noch ein jcihrlicher Zuschufz von 100 fl. aus dem Staatsarar geleistet wird. Als Wohnung des Kaplanes wurde im Pfarrhause zu Erlenbach ein Zimmer eingeraumt.

Als Kaplane fungirten:

Franz Pistel von Wiilzvurg 1851—1854. Christian Wenz aus Wurzburg 1854. Ioh. Bauer aus Darberg 1854—1857. Sebastian Wehner aus Miinner-stadt 1857—1859. Thomas Schott aus GelchZheim 1859. Franz Zanoni aus

') 1730 wollte die Gemeinde Erlenbach an den Tagen, an welchen der Pfarrer den Gottesdienst in Tiefenthal hiell, durch einen Trieffensteiner Chorherrn Gottesdienst in Grlenbach halten lassen, wurde aber 21. Iuli 1730 von der Geistl. Neg. abgewiesen.

') L. 0. H. ^V. Alt. d, Pf. G. ^ll«c, XXVIII. 19, 20, 21, 34.