Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich/156

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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich
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Erzdioecese Koeln 1883.djvu
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die Kirche hat drei Altäre: der Hauptaltar ist zu Ehren der Mutter Gottes, die Seitenaltäre sind zu Ehren der h. Erzengels Michael und des h. Joseph geweiht.

Drei alte Glocken rufen zum Gottesdienste. Die Inschrift der schwersten Glocke lautet:

"Maria heischen ich,
Tzu dem Deinst Gottes rufen ich,
Die Doden beklagen ich,
Do Sünder bekere dich,
So gibt dir Gott sein ewig Rich.
Kerstchen van Onckel gaus mich anno 1605.

Joannes de Alfter, perpetuus vicarius. Henrich van Koeninxshoffen, zur Zeit Custos. Mevis Bormerten Oligschleger, Kirchmeister."

Inschrift der mittlern Glocke: "Ao Dni MCCCCXXXIX, Jhesus, Maria, Johans heis ich, Kirstin Kloit gois mich.""

Inschrift der kleinsten Glocke: "Ao Dni MCCCCXXXIX. Barbara heies ich. Kloit gois mich."

In Betreff der musikalischen Anforderungen sind diese Glocken als gelungene Arbeiten zu nennen. Sie stimmen sowohl in sich, als unter sich, haben einen reinen Ton und bilden auch eine reine Harmonie untereinander. Nur ist das A der dritten und größten etwas zu tief gegriffen.[1] Kloit hat auch die älteste Domglocke in Köln gegossen.

In der Mauer des Glockenthurmes beim Eingange in die Kirche sind sehr alte Sculpturen eingelassen. Sie stammen aus der frühern Kirche und zerfallen in drei Hauptgruppen.

Die erste zeigt in der Mitte eine sitzende Madonna, rechts in der Höhe schwebend den den Frieden verkündenden Engel und unten zwei Hirten, von denen der eine zu dem Engel hinaufschaut, der andere bereits dem Jesukinde entgegengeht, links die h. drei Könige, ihre Geschenke tragend.

Die zweite Gruppe stellt das Grab des Heilandes am Ostermogen dar. Rechts auf dem Grabe sitzt der Engel, links kommen die drei frommen Frauen mit den Specereien. Das aus dem Grabe hervorhangende Grabtuch zeichnet sich durch den Faltenwurf besonders aus.

In der dritten Gruppe bildet der Heiland, umgeben von den Evangelisten, den Mittelpunkt. Die Linke hält ein Buch, die Rechte zeigt den Himmel. Auch die Evangelisten halten ein Buch in der Hand. Leider sind ihrer nur drei vorhanden.

Die Bildflächen der einzelnen Gruppen sind in nischenähnliche Felder eingetheilt und zwar für jede Figur ein besonderes Feld. Diese sind



  1. Organ für christliche Kunst, Jahrgang 1858, S. 31 und flg.