Topographie Holstein 1841/I-Z/076

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Topographie Holstein 1841
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Bei der Ueberlieferung des Gutes im Jahre 1650 gehörte zum Gute ein aus 8 Hufen und 3 Kathen bestehendes Dorf Nienrade, welches aber im Anfange des 18. Jahrhunderts zu einem Meierhofe gemacht ward (s. Nienrade). - Das ganze Gut hat ein Areal von 4266 Ton., 185 3/4 R., die Tonne zu 240 Q. R. - Der Haupthof hat ein Areal von 1323 Ton., 72 1/2 R., worunter Acker 780 Ton., 119 R., Wiesen 135 T., 14 R., Hölzung 241 T., 134 R., Wasser 60 T., 119 R. und Wege, Gärten u. s. w. 105 Ton., 166 1/2 R. - Der Boden ist Mittelboden; die Wiesen sind zum Theil gut aber moorigt. Die Teichfischerei ist von geringem Umfange. - Auf dem Hoffelde liegt am Mühlenholze, unweit des Dorfes Lensahn, das im Jahre 1810 erbauete Gerichtshaus. In den Seitengebäuden sind die Gefängnisse, die Wohnungen des Gefangenwärters und des Landreuters; ferner sind hier 4 Kathen für Hofdienstboten erbauet. - Zahl der Einwohner im ganzen Gute: 998, auf dem Haupthofe 104, worunter an Handwerker: 1 Schmied. - Das Wohnhaus ist in neuerer Zeit zur Benutzung der Gutsherrschaft eingerichtet.
Lensahn
Kirchdorf im Gute gleiches Namens. - Dieses in der Nähe einer Hölzung und sehr anmuthig belegene Dorf, enthielt im Jahre 1639, 14 Vollh., 3 Großkathen, 8 Kleinkathen und 5 Bödenerstellen, und enthält jetzt außer dem Pastorate, dem Prediger-Wittwenhause, dem Försterhause und der Wohnung des Districtsarztes 12 Vollh. und 16 zum Hufe gehörige Kathen (Langenreihe). Von den Vollhufen sind 7 ausgebauet welche folgende Namen führen: Altdorf, Brunskrog, Hohenberg, Kabelhorsterhufe, Kronbruchskamp, Prienfelde und Rosenhof. - Das Alter der Kirche ist nicht zu bestimmen; sie ist gewölbt, hell, und hat durch die im Jahre 1815 vorgenommenen Reparaturen sehr gewonnen; die Orgel ward ebenfalls in den letzten Jahren sehr verbessert. Das alte Altarblatt, welches leider vom Wurmfraße gelitten hat, enthält eine vorzügliche Schnitzarbeit; neben dem Altare ist ein steinernes Denkmal des, im Jahre 1580, verstorbenen Sivert v. Ratlov und seiner Frau Heilwig, geb. v. Ahlefeld. An der Kirche sind 3 Begräbnißcapellen der Familien von Qualen, von Levetzow und Binge. - Ein neuer Begräbnißplatz ist seit 1831 außerhalb des Dorfes angelegt. - Zur Wahl des Predigers präsentirt und vocirt der Großherzog von Oldenburg; Curiatstimmen haben die Güter Lensahn, Koselau, Manhagen, Sievershagen, Wahrendorf und Petersdorf. - Hier ist eine Hauptschule in 2 Classen mit 2 Lehrern, (160 K.). Eine Industrieschule, worin die sämmtliche weibliche Jugend in Handarbeiten unterrichtet wird, ist hier seit 1795, ward in neuerer Zeit durch die Fürsorge der Großherzogin von Oldenburg sehr erweitert und ist unter der Aufsicht des dortigen Predigers ein musterhaftes Institut geworden. Ein neues Werkhaus, wodurch auch die Weberei mit der Industrieschule verbunden werden soll, wird jetzt durch Unterstützungen der Großherzogin neu erbauet. - Im Dorfe ist ein sehr gut eingerichtetes Krankenhaus unter der speciellen Aufsicht des Districtsarztes. - Seit 1818 ist hier eine Bibelgesellschaft. - Im Jahr 1810 ward die Gerichtshalterschaft für sämmtliche Fideicommißgüter (Fideicommißgericht) von Eutin hieher, 1833 aber nach Oldenburg verlegt; es wird aber vierzehntägig, unter dem Beisitz zweier Hufner, in Lensahn Gericht gehalten. - Zu der im Dorfe befindlichen Erbpachts-Wassermühle sind die Untergehörigen des Gutes Lensahn und das Dorf Groß-Schlamin zwangspflichtig. - Am Wege nach Eutin liegt ein wohleingerichtetes Wirthshaus, worin Brennerei, Brauerei, Bäckerei und Hökerei getrieben wird, und auch der Wagrische, landwirthschaftliche