Topographie Holstein 1841/I-Z/210

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Topographie Holstein 1841
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kam Osterrade an den Probsten zu Uetersen, Benedict v. Ahlefeld zu Haseldorf; darauf an dessen Wittwe, Christina; 1650 an deren Sohn, Heinrich v. Ahlefeld zu Sehestedt; 1668 an den Geheimenrath Bendix v. Ahlefeld zu Sehestedt, Cluvensiek und Cronsburg. Nach seinem Tode, im Jahre 1712, brach ein Concurs über das Gut aus, und es kam 1715 an Detlev Brockdorff zu Sardorf; 1726 an dessen Sohn, den Generalmajoren Wulf Jasper v. Brockdorff zu Klein-Nordsee und Cluvensiek, welcher 1740 starb. Darauf an dessen Sohn, Bendix Brockdorff, und dessen Bruder, Cay Brockdorff zu Groß-Nordsee verkaufte es 1753 für 130,000 Reichsthaler.svg Species an den Geheimenrath, Claus Reventlov zu Cluvensiek, welcher am 10. Mai 1758 starb; nach ihm erbte das Gut seine Wittwe, Charlotte Dorothea, geb. v. Plessen, welche am 15. Mai 1771 starb; deren Erben verkauften beide Güter im Jahre 1772 an Christian Scheel und den Justizrath Georg Heinrich Hagemann; erster starb 1782 und letzter 1805; darauf ward Christian Gottlieb Hagemann Besitzer; 1827 dessen Erben, die es 1829 an Johann Friedrich Werthmann für 155,000 Reichsthaler.svg verkauften. Seit dem Jahre 1836 ist Cäsar v. Hildebrandt im Besitze dieses Gutes. Osterrade stand in der Landesmatrikel zu 14 Pfl., es kam 1 Pfl. hinzu, und Georgenthal ward mit 5 Pflügen abgelegt, so daß das Gut jetzt für 10 Pfl. contribuirt. - Es hat ein Areal von 2201 Ton., 2 R., die Tonne zu 240 Q. R., (1644 Steuert., 142,537 Reichsthaler.svg 24 β Steuerwerth) und besteht aus dem Haupthofe, einem Theile der Dörfer Bovenau und Wakendorf, 5 Kathen auf dem Hoffelde, welche Dosenrade, 1 Kathe welche im Pletzen und 1 Kathe welche Sandkampsknüll genannt werden. Vormals lagen an der Scheide des Gutes Cronsburg 4 zum Gute gehörige Kathen, welche Katharinenborn genannt wurden; diese wurden vor etwa 50 Jahren abgebrochen, und es ward hier eine Hufenstelle, die denselben Namen führt, (55 Ton., die Tonne zu 240 Q. R.) nebst einer Kathe, Teufelseck genannt, erbauet, die zum Ksp. und Schuldistricte Bovenau gehören. - Das Dorffeld ist in Zeitpacht gelegt. - Das Areal des Haupthofes beträgt 1575 Ton., 5 Sch., 2 R., worunter Acker 1106 Ton., 7 R., Wiesen 250 Ton., 4 Sch., 15 R., Hölzung 174 Ton., 2 Sch., 23 R., Moor und Wasser 29 Ton., 5 Sch., 21 R., Wege, Gärten u. s. w. 14 Ton., 7 Sch., 26 R., (1063 Steuert.). - Der Boden ist sehr fruchtbarer Waizenboden; die Wiesen sind moorigt. - Auf dem Hoffelde liegen die obengenannten Kathen. Eine auf dem Hoffelde belegene Kathe, Langenhorst, brannte im Jahre 1829 ab, ward aber nicht wieder erbauet; es ward darauf in der Osterrader Hölzung eine Holzvogtswohnung neu erbauet. - Zahl der Einwohner: 448. In den Kathen sind Handwerker: 1 Schmied, 1 Schuster und 1 Weber. - Im Jahre 1636 radicirte Christine v. Ahlefeld in dieses Gut ein Capital von 3200 Mark 3.svg, von dessen Zinsen an den Prediger in Bovenau 50 Mark 3.svg, an den Schullehrer 50 Mark 3.svg und 60 Mark 3.svg jetzt an 12 Hausarme der Güter Osterrade, Cluvensiek, Steinwehr und Georgenthal vertheilt werden. Auch schenkte Cay v. Brockdorff im Jahre 1748 der Kirche zu Bovenau zwei Capitalien von resp. 346 Reichsthaler.svg 32 β, und 120 Reichsthaler.svg, welche in diesem Gute radicirt stehen, und von deren Zinsen der jedesmalige Prediger zu Bovenau jährlich 17 Reichsthaler.svg 16 β, und der Organist daselbst 6 Reichsthaler.svg erhält. Ferner bestimmte der Generalmajor v. Brockdorff im Jahre 1740 zur Unterhaltung des v. Brockdorffschen Familienbegräbnisses in Bovenau ein Capital von 300 Reichsthaler.svg. - Das Wohnhaus ist von Brandmauern, im Jahre 1829 erbauet; es hat 2 Etagen. In den Jahren 1836 und 1837 brannten alle Hofgebäude ab, wurden aber bald darauf wieder neu erbauet. Der Schaden ward zu 19,901 Reichsthaler.svg geschätzt. - Die Untergehörigen des Gutes sind zur Wakendorfer Mühle zwangspflichtig. - Das